Blackout in der Präsentation: Was tun, wenn man plötzlich nicht mehr weiß, was man sagen soll?

- Ein Blackout ist eine Stressreaktion, bei der der Zugriff auf gespeichertes Wissen vorübergehend blockiert ist.
- Er kann auch gut vorbereitete und kompetente Menschen treffen.
- Hohe Ansprüche an die eigene Präsentation und der Wunsch, alles perfekt zu machen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts.
- Vorbeugung gelingt durch Wissen über die dahintersteckenden Mechanismen, realistische Erwartungen und gezieltes Training im Umgang mit Fehlern.
- Wenn es doch passiert, hilft es, sich einen Moment Zeit zu nehmen, sich zu bewegen und offen mit der Situation umzugehen.
Plötzlich scheint der Kopf wie leergefegt. Der Gedankengang ist abgebrochen. Keine Ahnung, wie es jetzt weitergehen soll.
Ein Blackout gehört zu den Dingen, die im Zusammenhang mit einer Präsentation besonders gefürchtet sind. Nicht nur der Moment selbst, sondern bereits die Vorstellung davon kann erheblichen Druck erzeugen.
Doch was geschieht in einem solchen Moment eigentlich? Was kann man im Vorfeld tun, um einen Blackout zu vermeiden? Und wie kann man sich helfen, wenn es doch passiert?
Im Folgenden geht es um die Hintergründe eines Blackouts und um konkrete Schritte, die helfen können, mit diesem Szenario sicherer umzugehen.
Wenn der Kopf leer wird: Was bei einem Blackout in der Präsentation passiert
Ein Blackout ist das Ergebnis einer akuten Stressreaktion. Wird das Gehirn, beispielsweise vor oder in einer Präsentationssituation, mit Stresshormonen überflutet,
ist der Zugriff auf gespeichertes Wissen vorübergehend blockiert.
Auch Inhalte, die gut vorbereitet wurden, sind in diesem Moment nicht verfügbar. Betroffene fühlen sich, als wäre ihr Kopf plötzlich leer. Gedankengänge brechen ab, man fühlt sich hilflos.
Anstatt an den Inhalt ihrer Präsentation zu denken, kommen nur noch Befürchtungen:
- „Jetzt ist es passiert.“
- „Das war’s.“
- „Ich blamiere mich gerade komplett.“
Zum Glück gibt es für all das nachvollziehbare Erklärungen. Dieses Wissen hilft dabei, dem Thema Blackout schon einen Teil seines Schreckens zu nehmen.
Warum es auch gut vorbereitete Menschen treffen kann
Ein Blackout hat nichts mit mangelnder Vorbereitung zu tun, denn wenn aufgrund einer Stressreaktion nicht auf bestimmte Hirnareale zugegriffen werden kann, nützt auch gründliche Vorbereitung wenig.
Hohe Ansprüche an die eigene Präsentation und der Wunsch, alles perfekt zu machen, erhöhen die innere Anspannung. Wer glaubt, es dürfe auf keinen Fall ein Fehler passieren, setzt sich selbst unter Druck.
Typische Gedankengänge in diesem Zusammenhang sind:
- „Ich darf auf keinen Fall die Kontrolle verlieren.“
- „Ich darf mir keinen Patzer leisten.“
- „Hoffentlich bekomme ich keinen Blackout.“
Hier beißt sich gewissermaßen die Katze in den Schwanz: Die Angst vor dem Blackout erhöht den Stress, und Stress wiederum begünstigt genau das, wovor man sich fürchtet.
Viele Betroffene unterliegen dem Irrglauben, dass nur eine fehlerfreie Präsentation Kompetenz beweist und dass ein Blackout der Beleg für ihre Unfähigkeit ist.
Tatsächlich bedeutet es jedoch weder, dass jemand unfähig, noch schlecht vorbereitet ist. Ein Blackout ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass das Stresssystem in diesem Moment stark aktiviert ist.
Typische Auslöser in Präsentationen und Vorträgen
Ob es zu einem Blackout kommt, ist weniger von der Situation abhängig als davon, wie stark sie im Einzelfall dazu führt, dass das innere Alarmsystem anspringt.
Unvorhergesehene Ereignisse können die Anspannung erhöhen, zum Beispiel technische Pannen, Unterbrechungen oder unerwartete Fragen. Gerade wenn bei den Betroffenen dabei das Gefühl entsteht, bewertet oder infrage gestellt zu werden, steigt der Stresspegel rasant.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die permanente Selbstbeobachtung: Gerade Menschen mit Redeangst beobachten sich häufig dabei, wie sie sprechen, wie sie auf das Publikum wirken könnten und ob sie wohl kompetent erscheinen.
Dieser Mechanismus der Selbstbeobachtung bindet Aufmerksamkeit und zieht den Fokus weg vom Inhalt. Wird die eigene Leistung dabei kritisch bewertet, entsteht zusätzlicher Druck. Das gedankliche Kreisen um die eigene Wirkung treibt die Anspannung weiter nach oben.
Vor größeren Gruppen ist der innere Druck oftmals höher als in einem kleinen Kreis. Weniger Vertrautheit bedeutet mehr Ungewissheit, und damit häufig auch mehr Stress.
Auch Fragerunden werden von vielen Betroffenen als besondere Hürde empfunden: Eine überraschende oder gar demonstrativ gestellte Frage kann das Stresslevel auf den Höhepunkt treiben.
Was hilft, um einem Blackout vorzubeugen
Vorbeugung beginnt mit einem Verständnis dessen, was ein Blackout ist. Wie bereits beschrieben, handelt es sich um eine Stressreaktion, bei der der Zugriff auf vorhandenes Wissen vorübergehend blockiert ist.
Wer sich bewusst macht, dass das Wissen nicht verloren, sondern lediglich der Zugang zeitweise unterbrochen ist, kann einen möglichen Blackout anders bewerten. Dadurch wirkt das ganze Szenario weniger bedrohlich.
Vorbereitung bedeutet auch, sich gezielt auf mögliche Fehler während der Präsentation einzustellen. Beim Üben sollte deshalb nicht jedes Mal von vorne begonnen werden, sobald ein Versprecher oder Patzer auftritt. Sinnvoller ist es, stattdessen den Umgang mit genau diesen Situationen zu trainieren, indem einfach weitergesprochen wird.
Auf diese Weise wird nicht nur der Inhalt gefestigt, sondern auch die Fähigkeit geübt, trotz kleiner Unterbrechungen im Fluss zu bleiben.
Hilfreich ist es außerdem, sich vor Augen zu führen, dass ein Blackout kein Beweis für Inkompetenz ist. Je weniger dramatisch ein solches Szenario bewertet wird, desto geringer ist die Angst davor. Und mit abnehmender Angst sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu einem Blackout kommt.
Was hilft, wenn ein Blackout auftritt
- Zeit gewinnen
In dieser Situation geht es darum, Zeit zu gewinnen. Sobald der Körper aus dem Alarmmodus herausfindet und sich innerlich reguliert, verliert auch der Stress an Intensität. Damit kehren die Kontrolle und der Zugriff auf das gespeicherte Wissen zurück.
Dabei helfen bereits einfache Maßnahmen:
- Einen Schluck Wasser trinken
- „Einen Moment bitte“ sagen und kurz innehalten
- Einen Stift „versehentlich“ herunterwerfen und aufheben
- Bewegung einsetzen
Körperliche Bewegung unterstützt den Abbau von Stresshormonen. Dazu kann man:
- Die Körperhaltung bewusst verändern
- Ein paar Schritte gehen
- Einen Gegenstand in die Hand nehmen oder das Rednerpult sortieren
- Offen ansprechen
Wer versucht, einen Blackout unter allen Umständen zu verbergen, erhöht nur den inneren Druck. Hilfreicher ist es, offen zu sagen, dass man gerade den Faden verloren hat. Das nimmt bereits viel Spannung aus der Situation.
Zum Beispiel:
„Ich habe gerade den Faden verloren. Können Sie mir bitte kurz auf die Sprünge helfen?“
Offenheit wirkt menschlich und viel souveräner, als der Versuch, den Blackout zu überspielen.
Warum ein Blackout kein Drama ist
Die Vorstellung, einen Blackout zu erleben, fühlt sich im ersten Moment sehr bedrohlich an. Mit etwas Abstand betrachtet handelt es sich um eine Stressreaktion, die erklärbar ist und vorübergeht.
Ein Blackout bedeutet weder, dass jemand unfähig ist, noch dass die Vorbereitung unzureichend war. Vielmehr ist es ein Zeichen dafür, dass das Stresssystem in diesem Moment stark aktiviert ist.
Niemand ist gegen Stressreaktionen immun. Entscheidend ist, wie mit solchen Momenten umgegangen wird. Mit dem richtigen Verständnis lassen sich derartige Situationen gut beherrschen oder gar vermeiden.
Wenn Sie trotz dieser Tipps das Gefühl haben, dass die Angst vor einem Blackout Sie lähmt und Sie das ändern möchten, unterstütze ich Sie gern dabei. Melden Sie sich bei Fragen oder wenn Sie Interesse an einerm Erstgespräch haben.











